Theaterherbst



Festival gibt viele Impulse zum Thema Freiheit

27. Greizer Theaterherbst endet erfolgreich nach zehn Tagen und 22 Veranstaltungen

Unter dem diesjährigen Motto "Ich bin so frei" hat der Greizer Theaterherbst sein Publikum zu den Facetten der Freiheit geführt. Am Samstag endete mit dem traditionellen Abschlussfest "GreizNacht" die 27. Auflage des in seiner Art bundesweit einzigartigen Festivals. An zehn Tagen mit insgesamt 22 Veranstaltungen konnten insgesamt weit über 2200 Zuschauer begrüßt werden. "Ich hatte mir gewünscht, dass der Theaterherbst in diesem Jahr die Stadt Greiz in eine Spielwiese der Freiheit verwandelt, dieser Wunsch ist in Erfüllung gegangen", resümiert der künstlerische Leiter Martin Heesch.

Mit sieben Werkstattprojekten und 13 Gastspielen, die sowohl Klassisches als auch Experimentelles präsentiert hätten, sei das Thema Freiheit nuancenreich beleuchtet und untersucht worden, so Heesch. "Ich glaube, und das ist auch eine Resonanz aus dem Publikum, wir haben viele Impulse zum Nach- und Weiterdenken geben können." Sehr zufrieden sei er mit dem durchgängig hohen Niveau der Werkstattproduktionen, für die seit Sommer über 90 Amateure im Alter zwischen sieben und 97(!) Jahren gemeinsam mit renommierten Theaterleuten aus ganz Deutschland gearbeitet haben. Besonders freue es Heesch, dass es zahlreiche neue Mitwirkende aus dem gesamten Vogtland in den Werkstätten gegeben habe und außerdem viele neue Gesichter unter den Zuschauern zu entdecken waren. "Dem aufgeschlossenen Theaterherbst-Publikum sowie allen Mitorganisatoren, Sponsoren und Kooperationspartnern und nicht zuletzt allen Beteiligten auf und hinter der Bühne spreche ich meinen herzlichen Dank aus", so der künstlerische Leiter.

Zu den Höhepunkten des Festivals gehörten unter anderem die Gastspiele "Die Räuber" vom Neuen Globe Theater Potsdam, "Die Hundegrenze" vom "studio44" Nordhausen oder "Don Quijote" vom Reaktionsraum Rudolstadt e.V., um nur drei zu nennen. Ansprechende und anspruchsvolle Momente schenkte das Festival seinen Gästen gleichfalls mit seinen Eigenproduktionen, so mit dem spektakulären Eröffnungsspiel "Lass uns Wunder sein..." unter Leitung der Berliner Regisseurin Marie Rodewald, der Premiere der Schauspielwerkstatt "Bandscheibenvorfall" unter Leitung der Berliner Regisseurin Anika Pinter, mit dem poetisch-bildreichen Tanztheater, das die Berliner Tänzer Ini Dill und Daniel Drabek mit ihren Werkstattteilnehmern inszenierten, der Premiere der Schauspielwerkstatt für Kinder, die unter Leitung des Dresdener Regisseurs Morten Gensch das ungarische Märchen "Jankó, der seinen Traum nicht erzählen wollte" auf die Bühne brachte, und nicht zuletzt mit der Premiere des ersten Greiz-Tatorts, der in der Filmwerkstatt für Jugendliche unter Leitung des Berliner Videokünstlers Kai Wido Meyer und der Berliner Puppen- und Schauspielerin Franziska Dittrich entstanden ist. Auf die Frage, ob Heesch im kommenden Jahr dem Festival wieder als künstlerischer Leiter zur Verfügung steht, antwortet er: "Ich habe große Lust zum Weitermachen, nach vier Jahren Kontinuität und Aufbau wäre es blöd, jetzt die Zelte abzubrechen, Voraussetzung ist natürlich, dass mir der Vorstand erneut sein Vertrauen ausspricht." Die positiven Rückmeldungen aus dem Publikum würden ihn zudem bestärken.

Endgültig fällt der Vorhang des 27. Greizer Theaterherbstes eigentlich erst am Montag, nach der dritten Aufführung der Schauspielwerkstatt für Kinder. Grundsätzlich gilt jedoch: Nach dem Festival ist vor den Festivals. Das ebenfalls vom Verein Greizer Theaterherbst organisierte Internationale Greizer JazzWerk feiert vom 16. bis 19. Mai 2019 sein 20-jähriges Jubiläum, der 28. Greizer Theaterherbst steht vom 13. bis 22. September 2019 im Kalender.

Übrigens, der Greizer Theaterherbst ist mit seiner 2017er Produktion "Verwandlung" nach Franz Kafka, Regie Georg Peetz, Falkensee, für den diesjährigen Thüringer Theaterpreis nominiert.

Karsten Schaarschmidt
Pressesprecher