Theaterherbst


"Wärdochgelacht", ist sich Martin Heesch sicher, dass der XXV. Greizer Theaterherbst im September ein Erfolg wird. Mehr noch, mit "Wärdochgelacht" gibt der künstlerische Leiter zugleich das Motto des Jubiläumsfestivals bekannt. "Das Motto steht für mich sowohl für das Mut machende Bewältigen verschiedener Aufgaben, aber ebenso im wörtlichen Sinn für die vielfältigen Spielarten der Komik", sagt Heesch.

Augenblicklich sei er dabei, das Programm des Festivals abschließend zusammenzustellen. "Ohne zu viel verraten zu wollen, laden wir schon jetzt zur Teilnahme an sechs Werkstätten ein", so der Berliner Schauspieler und Regisseur, der den in seiner Art bundesweit einzigartigen Greizer Theaterherbst zum zweiten Mal künstlerisch leitet. Unter anderem wird es wieder ein großes Eröffnungsspiel geben, das unter Leitung des Zwickauer Regisseurs Tilo Nöbel in Eigenregie entstehen wird. Inszeniert wird die Satire "Der Teufel mit den Titten" aus der Feder des italienischen Literatur-Nobel-Preisträgers und Autors, Dario Fo. Eine gesellschaftliche Zukunftsvision soll die von dem Berliner Regisseur Stefan Kreißig geleitete Schauspielwerkstatt für Jugendliche unter dem Titel "Uhrwerk Greiz" entwickeln. Außerdem werden unter anderem eine Clowntheater-Werkstatt sowie eine Schauspielwerkstatt für Kinder und eine offene Gestaltungswerkstatt unter Leitung von Julia Kopa angeboten.

"Natürlich bin ich auch in Verhandlung mit verschiedenen Ensembles, die ich gern mit ihren Inszenierungen als Gastspiele nach Greiz einladen würde", sagt Heesch. Aber hierzu wolle er sich momentan noch nicht in die Karten schauen lassen.

Für Heesch und den Greizer Theaterherbst e.V., der das Festival organisiert, ist das Jahr 2016 ein besonderes. "Mich erfüllt es mit Freude und großem Respekt, dass wir in diesem Jahr 25 Jahre Greizer Theaterherbst feiern können", so Heesch. Das Festival sei eine "Perle in der deutschen Theaterlandschaft" und leiste für die Region eine hervorragende soziokulturelle Arbeit. Umso bitterer sei es daher, dass erhebliche Kürzungen von Fördermitteln den Verein vor eine schwierige finanzielle Situation stellen.

Selbstverständlich wird das Jubiläum eine zentrale Rolle im Festival spielen. So soll eine Ausstellung in den Museen der Stadt Greiz einen Blick auf die Geschichte des Festivals werfen, und es werden ehemalige Werkstattleiter und Teilnehmer eingeladen. Unter anderem gehören die mehrfach auch international preisgekrönte Greizer Filmemacherin Susann Maria Hempel oder der Schauspieler Torsten Schemmel, Vorpommersche Landesbühne Anklam, sowie der Berliner Schauspieler Sebastian Schwarz zu den Persönlichkeiten, die ihre Karriere einst beim Greizer Theaterherbst begonnen haben.

Karsten Schaarschmidt
Medien- und Öffentlichkeitsarbeit


Geboren wurde Martin Heesch 1964 in Herrsching am Ammersee. Nach Abitur und Zivildienst studierte er an der Theaterakademie "Spielstatt Ulm" von 1986 bis 1989 sowie an der "Ecole de mime et theatre corporel" bei Wolfgang Gufler und Henri Brugat. Seit 1989 arbeitet er als freischaffender Schauspieler an verschiedenen Theatern, für Film und Fernsehen. Beim Greizer Theaterherbst leitete er neben den Schauspielwerkstätten für Senioren 2012 die Schauspielwerkstatt für Kinder "Ente, Tod und Tulpe", 2009 "Der kleine Prinz" und war 2008 in dem Gastspiel "Das wundervolle Zwischending", "Clubtheater" Berlin," zu erleben.