Greiz. Das Programmheft das verkündete, in der Werkstatt „Schatten der Freiheit“ stehe die Körpersprache im Mittelpunkt. Dem wurde die Premiere voll gerecht. Eine Collage aus drei Szenen zu einem gemeinsamen Thema: Was ist Freiheit, wie erreicht man sie? Die Akteure überzeugten. Regisseur Andreas Poppe hatte den jungen Leuten schnell vermittelt, wie der Körper als erzählerisches Mittel funktioniert. In der ersten Szene mit dem zweideutigen Titel „Terror im Büro“ gefiel besonders Melanie Thomas als Frau Petri, die Sekretärin. Einerseits getrieben durch das mal despotische, mal jovale Auftreten der Chefin, Frau Sommer (Lisa Simon), wird sie dieser wiederum |
zunehmend zur Belastung. Es kommt, was keiner ahnt: Frau Sommer entführt ihre Sekretärin... Etwas abrupt und unvermittelt: die Pointe, mit der ernüchternden Entschuldigung der Frau Sommer: „Ich wollte doch nur frei sein.“ Das hätte man sich aber weniger eindeutig gewünscht. Die zweite Szene wurde fast ohne gesprochenes Wort gespielt. Dem Zuschauer begegnet eine mütterliche Frau (Petra Gruner), die stets für andere da ist, was die für selbstverständlich nehmen. Als sie sich auf eigene Bedürfnisse besinnt, wird sie verstoßen. Szene drei wurde nach der dramatischen Vorlage „Tango“ von Slawomir Mrozek erarbeitet; die drei Akte des Stückes komprimierte man |
zu einem längeren Spiel. Besonders überzeugend: die Figur des Mahatma (Stephan Marek). In seiner Wandlung von einer sehr korrekten Person, die ohne weiteres als „Herr im Hause“ erkannt wurde, obwohl er doch der Sohn der Familie war, hin zu wachsender Nervosität, setzte er alle spielerischen Möglichkeiten ein. Auch die anderen Akteure blieben stets präsent. Während in den ersten beiden Szenen deutlich spürbar war, dass die Akteure eigene Ideen umgesetzt hatten, fehlte in der dritten Szene etwas der Schwung. Insgesamt aber eine sehr gelungene Werkstattpräsentation.
Almut Kaul (Pressewerkstatt) |