GREIZ (ks). Mit der „Greiz-Nacht“ erlebte der XI. Greizer Theaterherbst einen weiteren Höhepunkt, der zugleich der Abschluss des Festivals war. Im Zapf-Werk Greiz würdigten der künstlerische Leiter Lutz Gotter und Mentor Thomas Wieck, Dozent am Institut für Schauspielregie Berlin, vor rund 300 Gästen die Arbeit der Werkstätten. Mit 150 Mitwirkenden verzeichnet der Theaterherbst, der in diesem Jahr unter dem Motto „wieder sprechen“ stand, eine Rekordbeteiligung. Die aus der ostthüringischen und westsächsischen Region stammenden Spieler hatten unter Anleitung angesehener Theaterleute seit Ende Juli in zwölf Werkstätten gearbeitet. Dabei entstanden Inszenierungen, Ausstellungen und Performances von großer Authentizität und Wirkung, die in der Festivalwoche dem Publikum präsentiert wurden. Zu sehen bekamen die insgesamt über 3.500 Gäste in den sehr gut besuchten und oft ausverkauften Vorstellungen neben herausragenden Werkstatt-Produktionen wie „Parzival“ aber auch sieben Gastspiele nationaler |
und internationaler Theatergruppen, wie das Stück „Lixporto“ des portugiesischen Teatro do Mar. Keinen Zweifel an der überregionalen Ausstrahlung und Bedeutung des Festivals ließ auch die Greizer Landrätin Martina Schweinsburg in ihrer Ansprache zur „Greiz-Nacht“. Sie lobte die integrative Wirkung des Festivals und hob hervor, dass der Theaterherbst mehr als viele andere für das Zusammenwachsen des Landkreises Greiz und der Region getan habe. Er leiste außerdem einen entscheidenden Beitrag für die Verständigung der Menschen - und das über Generationen hinweg. Die vom Landkreis ausgereichten Fördermittel habe das Festival somit „in ihrem Nutzen verzehnfacht“, sagte die Landrätin. Trotz akuter Finanzknappheit werde sie sich deshalb persönlich dafür einsetzen, dass es auch in Zukunft keinerlei Abstriche bei der finanziellen Unterstützung durch den Landkreis geben werde, versicherte sie unter dem Beifall der Gäste. Der Abschlussabend selbst entlud sich als abwechslungsreiches |
und eindrucksvolles Feuerwerk. Drei Werkstätten, darunter die „Taketina“-Werkstatt, zeigten Ausschnitte aus ihren Aufführungen und für die Werkstätten Video und Rap wurde die „Greiz-Nacht“ zum Premierenabend. „Kein zurück“ ist der Titel des Kurzspielfilms, der in der Video-Werkstatt endstand. Eigene Rap-Texte trugen die Jugendlichen gemeinsam mit Breakdancern und Sprayern den Zuschauern vor. Der Vorhang des XI. Greizer Theaterherbstes war mit der „Greiz-Nacht“ allerdings noch nicht entgültig geschlossen. Den furiosen Schlusspunkt fand das Festival mit dem Open-Air-Gastspiel „Titanic“ am Samstagabend auf dem Greizer Von-Westernhagen-Platz. Aber auch damit sind nicht alle Theaterlichter erloschen: Weitere Auftritte einiger Werkstätten stehen ebenso an wie die Fortführung der Arbeit in der Ganzjahres-Schauspiel-Werkstatt. Und in kürze beginnen selbstredend wieder die Vorbereitungen für den nächsten, den XII. Greizer Theaterherbst, der vom 12. bis 19. September 2003 geplant ist. |