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Greizer JazzWerk
Allgemeiner Anzeiger vom 30.09.01
Ministerin: Greizer Theaterherbst ist überregional bedeutend
Festival begeisterte Tausende
GREIZ (AA). Die Scheinwerfer sind aus. Der Schöne Schein bleibt - zumindest vielerorts. Neun Tage lang leuchtete der Greizer Theaterherbst unter seinem diesjährigen Motto „Schöner Schein“ die Facetten des Lebens an und schaute hinter die Kulissen der Glamour- und Glitzerwelt.
Was in Erinnerung bleibt sind Schauspielwerkstätten von hoher künstlerischer Qualität vor ausverkauften Sälen; Gastspiele, die ob ihres Renommees sonst nicht oder nur selten in der Region zu sehen sind und das Wissen, dass das Festival auch in seinem Jubiläumsjahr erneut an Anspruch und Bedeutung hinzu gewonnen hat.
Für letzteres allerdings zeichnen vor allen die über 100 Mitwirkenden verantwortlich, die unter Anleitung von Theaterprofis aus ganz Deutschland in insgesamt dreizehn Werkstätten mehr als Beachtenswertes leisteten.
Dass der Greizer Theaterherbst ein „Projekt von überregionaler Bedeutung“ ist, das nicht mehr wegzudenken sei, betonte auch Frau Prof. Dr. Dagmar Schipanski, Thüringer Ministerin für Wissenschaft, Forschung und Kunst. Die Schirmherrin des Greizer Theaterherbstes war Gast der schon traditionellen „GreizNacht“, die in diesem Jahr gleichzeitig Abschluss des Festivals war. Bezug nahm die Ministerin aber auch auf die aktuellen Geschehnisse, die grausamen Terroranschläge in den USA, von denen der Theaterherbst nicht unbeeinflusst blieb - und auch nicht unberührt bleiben wollte. Wir würden Kultur brauchen, um ein tolerantes und humanes Klima in unserer Welt zu entwickeln, sagte Frau Prof. Schipanski. „Kultur stärkt die Abwehrkräfte und kann dem Ungeist entgegentreten,und sie diene dem Abbau von Vorurteilen.“ Bereits zur Eröffnung hatte der Künstlerische Leiter des Theaterherbstes Hans-Michael Linke erklärt: „Wir wollen den X. Greizer Theaterherbst als ein Zeichen verstanden wissen. Kultur gegen Chaos. Demokratie gegen

Einblicke in die Seele:  Die Schauspiel-Werkstatt „EGO(S)TRIP“
bestach durch Authentizität.                     Foto: Schaarschmidt
Doktrin. Toleranz gegen Fanatismus. Kommunikation gegen Sprachlosigkeit.“ Neben den ausgezeichnet arbeitenden begleitenden Werkstätten wie Video, Foto und Presse überzeugten besonders die insgesamt sieben Schauspiel-Werkstätten. Darunter Höhepunkte wie die Werkstätten „Action Without Satisfaction“ (Leitung: Renat Safiullin), „Kreuzweg - Kreuzgang“ (Ulrich Schwarz), „Odyssee“ (Ulrich Milde) oder „EGO(S)TRIP“ (Eugen Ruge). Hervorgehoben werden müssen ebenso die Breakdance-Werkstatt (Patrick Schulze) mit ihrer tollen Premiere zur „GreizNacht“, die Blechtheater-Werkstatt (Jan Mixsa) mit ihren außergewöhnlichen Puppen aus Schrottteilen und die Kinder-Schauspiel-Werkstatt „Der heldenhafte Herr Schneider“ (Tilo Nöbel,Gabriele Bocek). Sie bewiesen allesamt die unbändige Spielfreude der Darsteller sowie deren schauspielerisches Talent.
Aber auch die Gastspiele begeisterten. Schon zur Eröffnung präsentierte das Festival mit dem Open-Air-Spiel „Insect“ das vom Theater „Titanick“ aus Münster und Leipzig aufgeführt wurde, ein visuellen Leckerbissen der besonderen Art. Über 1000 faszinierte Greizer verfolgten auf dem Westernhagenplatz das Spiel um Freiheit und Träume mit staunenden Augen. Leiser, dafür aber nicht minder faszinierend, das international mehrfach preisgekrönte Gastspiel „Turul“ der Budapester ARTUS Company.
Kurzum: Der X. Greizer Theaterherbst bot mit seinem 30 durchweg sehr gut besuchten Veranstaltungen für jeden Geschmack etwas - immer jedoch auf hohem Niveau.

Allgemeiner Anzeiger vom 30.09.2001

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Letzte Aktualisierung: 09.08.2010   |   E-Mail: Greizer@Theaterherbst.de   |   © 2002 Greizer Theaterherbst