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Die Werkstätten zum XII.Theaterherbst

Kinder-Schauspiel-Werkstatt  „Die Unsichtbare Prinzessin“
Leitung: Gabriele Bocek

Samstag, 13.September 2003  15.00 Uhr     Oberes Schloss Greiz, Pferdestall
Eintritt: 5,- €  ( 2,50 € )

Es war einmal eine Prinzessin, die war eigentlich ganz normal und gar nicht unsichtbar. Nur: Vater König hatte nie Zeit, weil er soviel regieren musste. Sie ist stinke sauer und schimpft: "wäre wohl besser, ich wäre unsichtbar?!" Was sie vergessen hat: Ihr Kindermädchen ist eine Wünsche-erfüll-Fee! Und: Flop. Ist die Prinzessin weg! Mit der Fee reist sie ins Märchenreich (puh, noch mal gut gegangen). Recht spannend dort, aber bald hat sie Heimweh. Nur: Zurückwünschen geht nicht - oder doch?

Schauspiel-Werkstatt  „Jagdzeit“
Leitung: Ulrich Schwarz

Sonntag, 14. September 2003  18.30 Uhr     Greiz-Aubachtal, Kirche
Eintritt: 5,- €  ( 3,- € )

Es war einmal der letzte Fuchs. Und das nur, weil alle Privilegien abgeschaft wurden und Jagen Pflicht für alle war. Resultat: Es gibt keine Tiere mehr, kaputter Wald und kein Ausweg. denn auf Hühner schießt man nicht! Doch da erscheinen die Wölfe! - Im zweiten Stück werden Streichhölzer gesucht. Nein, nicht fürs Rauchen, einfach zum Anzünden. Auch hier wird geholfen. Doch wem? - Im dritten Stück ist der "Fuchs im Glück": als verbitterter Künstler, als impotenter Frauenmörder, egal, er wird von den Hühnern angebaggert! Bis der Hahn das große Fressen verpatzt und selbst... nun ja, die Eifersucht, die mit Eifer sucht. Sehen wir mal hinein in diese Trilogie des Tötens.

Schauspiel-Werkstatt  „Sterntaler“
nach Franz Xaver Kroetz
Leitung: Anne Bergel

Montag, 15. September 2003  18.30 Uhr     Theater der Stadt Greiz, Großer Saal
Eintritt: 5,- €  ( 3,- € )

Es war einmal eine Frau, die arbeitete sich mit ihrem Sohn aus dem Obdachlosenasyl in eine eigene Wohnung. Der Vater schafft's nicht, er bleibt ein "Verlierer". Aber auch sie gibt bald wieder auf. Nur der Sohn kämpft verzweifelt gegen den Abstieg, mit allen Mitteln...
Sensibilität gerät zum Fremdwort. Scheitern, Arbeitslosigkeit, Armut als ansteckende Krankheit, derer man sich schämen muss. Und das Wunder bleibt aus. Mit welchen Strategien überleben wir in einer Welt, die wie eine rotierende Zentrifuge funktioniert, die Menschen einzig in Gewinner und Verlierer teilt?
Eine Geschichte wird entwickelt - über Körper, Sprache und Musik.

Musical-Werkstatt  „Zwei Brüder“
nach Willy Russell
Leitung: Sandra von Holn

Montag, 15. September 2003  20.30 Uhr     Theater der Stadt Greiz, Bühne
Eintritt: 5,- €  ( 3,- € )

Es war einmal eine arme Frau mit vielen Kindern. Sie verkaufte aus Not einen der unwillkommen geborenen Zwillinge an ihre kinderlose, reiche Arbeitgeberin. Aufwachsend in zwei Welten, begegnen sie einander ohne Wissen um ihre Herkunft und werden Freunde. Doch dann: Beide lieben das gleiche Mädchen! Sie heiratet den Armen, der immer tiefer absteigt. Sie sucht Hilfe bei dem Reichen. Eifersucht bricht aus, und es geht einem blutigen Finale entgegen...
All das wird mit Gesang, Tanz und Spiel erzählt, märchenhaft die Wendungen und "Zufälle", aber gruselig in seiner realen Potenz.

Gestaltungs-Werkstatt  „Dreimal darfst du wünschen“
Leitung: Martina von Holn

Dienstag, 16. September 2003  18.30 Uhr     Oberes Schloss Greiz, Schlosskeller
Eintritt: 5,- €  ( 3,- € )

Es waren einmal Leute, die schrieben oder lasen Geschichten und Märchen. Und dann ging ihre Phantasie auf Reisen... Findest du Filme wie MATRIX, DONNY DARKO und KÖNIG DER FISCHER gut, weil sie gekonnt mit der Wahrnehmung von Realität spielen und einem klar machen, dass für jeden Wirklichkeit etwas völlig anderes bedeuten kann? Hast du selber schon die Erfahrung gemacht, dass Träume und Phantasien wirklicher sein können als die Wirklichkeit?
"Grimmige Zeiten" sucht in dieser Werkstatt Antworten auf Rätsel, auf das Jetzt, auf die Welt. Die Phantasie ist der Schlüssel. Moderne Märchen finden, alte Märchen neu lesen, Kostüme, Raumelemente, Licht, Töne, Texte, Musik ergeben ein Gewebe, das unsere Neugier weckt.

Extra-Werkstatt „Das letzte Band“
nach Samuel Beckett
Regie: Thomas Jäkel

Mittwoch, 17. September 2003  18.30 Uhr     Theater der Stadt Greiz, Großer Saal
Eintritt: 4,- €  ( 2,- € )

Es waren einmal ein Spieler und ein Regisseur. Die stießen auf ein Stück von einem Mann in einem Zimmer. Und kamen nun nicht mehr zur Ruhe. Sie machten sich kein Abendbrot, sondern Gedanken: "Wer Gefühl und Liebe in sich trägt und einen Verstand mit Gewissen besitzt, ist schon an die Verzweiflung verloren! Für solche Menschen existieren nur drei Wege: Die Starken kämpfen Tag für Tag, die Verzweifelten bringen sich um, und die Unentschlossenen retten sich in die Selbstlüge!... Wie enden die Menschen, die in Talkshows ihr Leben ausbreiten?... Erreichen wollen wir jene in diesen grimmigen Zeiten, die noch nicht in ihr eigenes Gefängnis gelaufen sind und deren Verstand noch nicht in Selbstlüge erstarrt ist." (aus der Konzeption von Thomas Jäkel)

Schauspiel-Werkstatt  „Das blaue Licht“
nach Franz Fühmann
Leitung: Matthias Friedrich

Mittwoch, 17. September 2003  20.30 Uhr     Theater der Stadt Greiz, Bühne
Eintritt: 5,- €  ( 3,- € )

Es war einmal ein Soldat, der wurde dienstuntauglich und entlassen. Er hatte getötet, gebrandschatzt, vergewaltigt - und jetzt? Nicht mal eine Abfindung! Er trifft eine Frau, der soll er ein Licht aus dem Brunnen holen, entdeckt den Geist darin, der nur Befehle kennt, das ist sein Dasein. Die Hexe lässt er verbrennen. Er bekommt Geld, die Prinzessin, wird entdeckt, verhaftet, entgeht mit Hilfe des Geistes der Hinrichtung... aber,aber,aber

"Erst wenn man weiß, dass sie enden kann, hat man den Anfang der Liebe erreicht"- auch zum Menschen. (Eva Strittmatter)

Pantomime-Werkstatt  „Hans im Glück“
nach Gebrüder Grimm
Leitung: Andreas Kühnel

Donnerstag, 18. September 2003  18.30 Uhr     Oberes Schloss Greiz, Pferdestall
Eintritt: 5,- €  ( 3,- € )

Es war einmal ein Hans, der hatte einen Klumpen Gold mit seiner Hände Arbeit verdient. Aber sofort umgaben ihn die Vertreter, die ihm Angebote machten, wie er das Gold anlegen könnte, um noch "glücklicher" zu werden. Bis Hans am Ende... - nun, bis wir am Ende nur noch bei "AWG" einkaufen können! (AWG = Alle Werden Glücklich) Wer sagt da altes Märchen?
Mit selbstgebauten Masken und Pantomime wird uns die wechselhafte Geschichte des scheinbaren Glücks gezeigt, das ständig gegen ein "Besseres" eingetauscht werden soll. Verstand oder Gier? Oder gieriger Verstand? Oder verständliche Gier?

Tanztheater-Werkstatt  „Erscheinen und Entschwinden“
Leitung: Kerstin Dietze

Freitag, 19. September 2003  20.00 Uhr     Greika-Halle, A.-Bebel-Str.
Eintritt: 5,- €  ( 3,- € )

Es war einmal eine alte leere Fabrikhalle in einer alten leeren Weberei, in einer alten Stadt, im Tal zwischen alten Wäldern und an einem alten Fluss. Da konnte Folgendes geschehen:

HINZUGEKOMMENES  GEHT VERLOREN
VERLORENGEGANGENES  KOMMT HINZU
DURCH HINZUKOMMENDES GEHT ETWAS VERLOREN
DURCH VERLORENGEHENDES KOMMT ETWAS HINZU
DURCH DEN AUGENBLICK VERBLASST DAS
VORHER UND NACHHER
DURCH DAS DER AUGENBLICK VERBLASST

(aus einem Gedicht von Kerstin Dietze)

Ein Experiment mit Klang, Raum und Körper - eine Entdeckungsreise. Wo werden sie ankommen? Oder reisen sie noch und wir mit Ihnen?

Festivalzeitung des XII. Greizer Theaterherbst "Herbstblätter" 

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Letzte Aktualisierung: 29.06.2010   |   E-Mail: Greizer@Theaterherbst.de   |   © 2003 Greizer Theaterherbst