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Klecks Theater "Woyzek - The Show After"
Klecks Theater "Woyzek - The Show After"

Die Gastspiele zum X.Theaterherbst

Artus-Company Budapest
„Turul“

Grotesker Mythos eines gerupften Engels
Regie: Gábor Goda

Montag 17. September 2001  18.00 Uhr     Theater der Stadt Greiz, Bühne
Eintritt: 15,- DM  ( 10,- DM )

Drei tapfere magyarische Krieger machen sich auf den Weg vom Osten in die hoffnungsvolle Zivilisation des Westens, die ihnen gegenüber grotesk und verzerrt erscheint

Über die Groteske schreibt der Autor Gábor Goda: „Eine Groteske ist wie ein Schamane. Er verbindet die Furcht vor der Wahrheit mit dem Verlangen nach ausgesprochener Wahrheit. Groteske ist ein mittelosteuropaischer Charakter: Wir sitzen auf dem Abfallhaufen und grölen vor Lachen. Der Freiheits- und Liebeshunger ist bis heute ungestillt. Es gibt keine Gegenwart, nur die Vergangenheit und Zukunftsvisionen. Erinnern und Planen füllen den leeren Raum der Gegenwart. Wir leben inmitten deformierter Schamanen in einer verzerrten Welt. Wirkliche Kommunikation ist eingeschränkt. Persönliche Begegnungen sind ersetzt durch nationalen Extremismus, Europhilia und religiösen Enthusiasmus. Politiker, Priester, Dolmetscher, Reporter, Interpreten, Korrespondenten, Telephone. Diese tauben Zauber der Kommunikation halten die Welt zusammen und die Menschen fern voneinander.“

Der „Turul“ ist in der ungarischen Mythologie der kosmische Vogel. Im aktuellen Stück ist er die Personifizierung der ungarischen Identität.

Diese Tanz-Theater-Produktion wurde vom damaligen Kulturminister als Sakrileg und Schmutz bezeichnet, jedoch vom Publikum und der Kritik anders aufgenommen. Turul ist das meist ausgezeichnete, meit gespielte und widersprüchlichste Stück von Artus.

Theaterlabor Bielefeld
„Odyssee“

Regie: Siegmar Schröder

Donnerstag 20. September 2001  18.00 & 21.00 Uhr     Theater der Stadt Greiz, Bühne
Eintritt: 15,- DM  ( 10,- DM )

Das nach der „Ilias“ älteste Werk abendländischer Dichtung umfasst alles, was eine moderne und spannende Geschichte ausmacht.

Odysseus und seine Gefährten sind auf dem Heimweg von Troja nach Ithaka. Müde von zehn Jahren Krieg taumeln sie aus Dunkel und Nebel auf die Bühne, und die Krieger erzählen - nicht die Krieger Homers, sondern moderne Krieger, aus Bosnien, aus dem Kosovo.... Ein Blick nach Ithaka. Dort wartet Penepole, Odysseus Frau, seit zwanzig Jahren.Odysseus erzählt von seiner Irrfahrt, und die phantastischen Gestalten seiner Abenteuer werden lebendig. Die Zuschauer hören das Brüllen des Kyklopen und blicken in sein Auge. Sie lauschen den Gesängen der Sirenen, dem Tosen der Meere, dem Jammern der Toten im Hades. Sie sehen die alles verschlingenden Arme der Skylla. Sie drehen sich im Strudel der Charybdis. Sie erliegen der Versuchung der vielprojizierten Kirke, die sich im ganzen Raum zu spiegeln scheint und ihren betörenden Duft verströmt, dem Odysseus widerstehen muss.

statt-theater FASSUNGSLOS (Dresden)
„Laurence, das Ei, der Zentralbahnhof und Frau Scholz“
Eine Collage aus schaurigen Gesängen und traumhaften Bildern
Regie: Frank Schubert

Mittwoch 19. September 2001  18.00 Uhr     Theater der Stadt Greiz, Bühne
Eintritt: 15,- DM  ( 10,- DM )

Im Zeitalter der großen Verwirrung sind die Glückssucher zu Clowns geworden. Sie irren als einsame Ritter durch die Nacht unserer Phantasie. Solche Gespenster wohnen in jeder kleinen Menschenseele - und sie erwachen, wenn der Mensch zu träumen beginnt...

„Ein schöner, traumverhangener Szenenbogen, etwas von der seltsamen und seltenen Art, gegen allen Zeitgeist, mit der dunklen Botschaft, daß das Böse ach so schön sein kann.“
(Westfälische Rundschau)

„Durch die kongeniale Ausstattung der Katharina Lewonig schafft der Abend eine ästhetische Gratwanderung zwischen Shakespeare und Hitchcock, Bunuel und Dali. Verdacht auf Kunst zum Mitträumen - heiteres Aufwachen ist garantiert.“
(Katharina Holler, Kulturmagazin Dresdner)

Kleine Bühne (Naumburg)
„Die kluge Bauerntochter“
Regie: Paul Olbrich

Sonntag, 16. September 2001  11.00 Uhr     Theater der Stadt Greiz, Bühne
Eintritt: 5,- DM

Frau Grützmüller und Fräulein Sengelmann spielen sechs weibliche und männliche Rollen. Uff! Außerdem sind sie vom Spieldompteur Herrn Olbrich gezwungen worden, sich in ein Pferd, zwei Ochsen und ein Füllen zu verwandeln und nebenbei sollen sie sich auch noch in Mond, Lampion, Jahr, Hochzeit, Feuerwerk und - wie soll denn das gehen? - in ein Radio hineinversetzen!

Kann man denn da noch von PUPPENTHEATER reden?...

Theater Titanick
„Insect“
Regie: Regie: Jose van Tuijl

Freitag 14. September 2001  21.00 Uhr     Greiz, v. Westernhagen Platz
Eintritt frei

Die groteske Fabel über den Götzen Technik und den Triumph der Phantasie wird effektvoll mit Feuer, Wasser und Maschinen in Szene gesetzt. Die Königin, tyrannisches Oberhaupt einer kleinen Insektenkolonie träumt von Fliegen. Sie erwartet Nachkommen, die ihr endlich diesen Lebenstraum verwirklichen sollen. Kaum entschlüpft, werden die neuen Untertanen zur Arbeit an einer gigantischen Flugmaschine getrieben. Aber als alles für den königlichen Flugversuch vorbereitet ist, erwacht die Maschine zum Leben und widersetzt sich dem Willen der Herrscherin. Das geknechtete Volk ergreift die Gelegenheit zur Revolte. Kann die Vision vom Fliegen Wirklichkeit werden?

Jahrhundertealte Traditionen europäischer Volkstheater verbinden sich im Stil von Titanick mit modernen Ausdrucksformen zu einer einzigartigen Bilderwelt. Die mythischen Themen ranken sich um das Spannungsfeld zwischen Mensch, Natur und Technik. Skurrile Figuren im apokalyptischen Lauf der Dinge - anrührend und doch herzzerreißend komisch. Gewaltige Bühnenobjekte und das Spiel der schrullig-bouffonesken Charaktere verbinden sich mit Live-Musik und komponierten Samples, Feuer- und Spezialeffekten zu einer eigenständigen und spektakulären Bildersprache.

m.e.d.e.a.
von und mit Gilla Cremer (Hamburg)
Regie: Eva-Maria Martin

Sonntag 16. September 2001  19.00 Uhr     Theater der Stadt Greiz, Bühne
Eintritt: 15,- DM  ( 10,- DM )

Ein Mann trennt sich nach neunzehn Jahren von seiner Frau und heiratet eine Jüngere. Die Verlassene, Mutter zweier Söhne, findet keinen Ausdruck für ihren Haß, ihre Trauer und die plötzliche Angst vorm Altern und dem Allein-Sein. Sie leiht sich die Stimme Medeas, gräbt sich durch den Fundus des Medea- Materials, um darin ihre Spuren zu sichern und - zu verwischen.

„Ein Mythos vermenschlicht sich und feiert Wiederauferstehung.Ebenso subtil wie beeindruckend“
(Hamburger Morgenpost)

„Das große Kunststück, das Gilla Cremer in ihrem Soloabend m.e.d.e.a. gelingt ist nicht die Verknüpfung von Versatzstücken aus der Medea-Literatur (von Euripides über Sylvia Plath bis Heiner Müller), sondern die Darstellung einer Frau zwischen Contenance und Wahnsinn. Mit Superlativen wäre der schauspielerischen Leistung der Solokünstlerin Gilla Cremer nur unzureichend beschrieben.“
(Die Welt)

Voraufführung
„Woyzek - The Show After“
Ich hab meinen Freund betrogen und er hat mich umgebracht
von Tine Rahel Völcker
Klecks Theater (Hannover)
Regie: Harald Siebler

Freitag 21. September 2001  21.00 Uhr     Zapfwerk 1/3 Greiz, Zeulenrodaer Str. 6
Eintritt: 15,- DM  ( 10,- DM )

Die Spitze der Mediengeilheit in der Spaßgesellschaft: Wir interviewen Tote in einer Talkshow! Und dann auch noch Bühnentote!

Georg Büchners geniales Fragment bietet die Grundlage für eine fiktive Show, in der ein Talkmaster die Probleme der Bühnenfiguren Marie und Woyzeck aufwärmt und auf die Spitze hetzt. Eine Uraufführung.

Der Theaterherbst wird mit diesem Gastspiel seiner Konzeption zum experimentellen Theater erneut gerecht. Zur Zeit der Drucklegung dieses Programmheftes ist der Text des Stückes im Entstehen, die Proben haben erst begonnen. Es ist sozusagen eine zusätzliche Werkstatt für Profis, die eigentliche Premiere findet zwei Wochen nach dem Theaterherbst statt. Wir bieten dem Zuschauer eine „Sneak-Preview“, einen heimlichen Einblick in eine Arbeit des Klecks Theater Hannover und des freien Regisseurs Harald Siebler.

Die Autorin Tine Rahel Völcker wurde vom Uraufführungstheater Berlin - Dresden gefördert und ausgezeichnet.

Und Harald Siebler ist in Greiz wahrlich kein Unbekannter! Er gab gemeinsam mit Anna Lydia Edingshaus von Laßberg sozusagen die Initialzündung der Werkstattarbeit des Theaterherbst und wurde auch gleich dafür prämiert. Dem Experiment und der Verwendung brisanter Themen treu geblieben inszenierte er das skandalumwitterte Stück „Corpus Christi“ und bekam dafür Morddrohungen! Mittlerweile leitet er gemeinsam mit Oliver Bukowski (auch kein Unbekannter in Greiz) das UAT Berlin - Dresden.

Lassen Sie sich also überraschen!

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Letzte Aktualisierung: 21.07.2010   |   E-Mail: Greizer@Theaterherbst.de   |   © 2001 Greizer Theaterherbst